Projekt Häusliche GewaltAm 1. April 2012 startete das Sachgebiet Frauen das Projekt »Häusliche Gewalt und Sucht« mit Unterstützung des BKK Bundesverbandes.

Gewalt in der Familie gilt inzwischen als die am weitesten verbreitete Form der Gewalt. Mehr als 40.000 Frauen flüchten jährlich bundesweit in eines der mehr als 400 Frauenhäuser in Deutschland z. T. mit ihren Kindern. 90 % der Taten werden von Männern an ihren Partnerinnen ausgeübt. Jede vierte Frau in Deutschland hat körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen Beziehungspartner erlebt.

Häusliche Gewalt wird in vielfältiger Weise ausgeübt: physisch ebenso wie psychisch. Hinter scheinbar wohlgeordneten Fassaden spielen sich oft Dramen ab. Bis die Betroffenen Hilfe suchen, ist es ein langer Weg. In der Suchthilfe kommt das Problem häufig zur Sprache, da die Taten oftmals unter Alkoholeinfluss begangen werden.

Obwohl häusliche Gewalt so weit verbreitet ist, wird in der Öffentlichkeit kaum darüber gesprochen, es sei denn, es geht ein spektakulärer Fall durch die Presse.

Das Sachgebiet Frauen der Guttempler in Deutschland möchte dazu beitragen, das Thema zu »entheimlichen«. Ziel ist es, ehrenamtlich helfende Menschen zu sensibilisieren.

Die entstehenden Materialien sollen dazu beitragen, die Sichtweisen und das Wissen zum Thema häusliche Gewalt zu verändern, beziehungsweise zu erweitern.

Im Rahmen des Projektes wurde für das Sachgebiet Frauen im Oktober 2012 eine Schulung in Form eines Wochenendseminars durchgeführt. Die Teilnehmerinnen werden in ihren Regionen als Multiplikatorinnen dienen, um das Thema vor Ort bekannt zu machen.

In dem Wochenendseminar informierten zwei externe Fachreferentinnen am Sonnabend über häusliche Gewalt und die verschiedenen Erscheinungsformen. Sie berichteten über den Umgang mit betroffenen Frauen und Kindern. Am Sonntag legte ein Fachreferent vom Männerbüro Wolfsburg die Gründe für Männergewalt dar und informierte über die Entstehung von Gewalt, Deeskalation und die Täterproblematik.

Nach dem Wochenende gründete sich eine Arbeitsgruppe zur Erstellung der verschiedenen Materialien für die Suchtselbsthilfe und für die Öffentlichkeitsarbeit.

In Selbsthilfegruppen kann sicher keine umfassende Beratung geleistet werden, aber es ist wichtig, eine Sensibilisierung hierfür zu entwickeln und Fähigkeiten zu trainieren, um im Ernstfall betroffenen sowie gewaltausübenden Menschen helfen zu können. Das setzt neben einfühlsamer Gesprächsführung gute Vernetzungsangebote voraus, um Hilfesuchende bei Grenzerfahrungen an zusätzliche Stellen weiterleiten zu können.

Projekt Häusliche Gewalt Die vorliegende Broschüre »Wer blau ist, sieht schneller rot« möchte hier Hilfestellung geben und umfasst folgende Inhalte (auszugsweise):

  • Was ist häusliche Gewalt und welche Formen gibt es?
  • Wie entsteht der Gewaltkreislauf und warum schlägt, vergewaltigt, demütigt oder bedroht ein Mann seine Partnerin?
  • Warum machen Frauen das solange mit und was ist mit den Kindern?

Es kommen betroffene Frauen zu Wort und es werden die wichtigsten rechtlichen Möglichkeiten und Hilfsangebote aufgezeigt.

Für die Öffentlichkeitsarbeit und erste Information für Hilfesuchende werden noch ein Flyer, Postkarten und ein Plakat erstellt. Die Materialien sind ab ca. August 2013 erhältlich.

Annegret Becker
Projektleiterin
Mai 2013

Die Broschüre (862 kb) kann hier heruntergeladen werden:

Dateien:

Projekt Haeusliche Gewalt
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Aktualisierung 17.11.2016 15:59:09
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