Herbstein im Frühling

Der Bundesausschuss plante Anfang April die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der Guttempler-Angebote in der Suchtselbsthilfe. Eingeladen hatte der hessische Landesverband ins Kolping-Feriendorf Herbstein.

Musik mit freundlicher Genehmigung von © Bożena Delewska, IOGT Polen.

Fachkonferenz Sucht 2016Zum 56. Mal findet die Fachkonferenz Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) statt, in diesem Jahr vom 10. bis 12. Oktober in Erfurt. Drei Tage diskutieren 75 Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis der Suchthilfe mit den rund 400 Teilnehmenden eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder unter den Stichworten »Abstinenz – Konsum – Kontrolle«. Kann Abstinenz heute noch alleiniges Ziel bei der Behandlung von Abhängigkeit und im Umgang mit Drogen sein? Ist kontrollierter Konsum von Suchtstoffen eine Alternative für Menschen, die einen völligen Verzicht nicht bewältigen können oder wollen?

So hieß es in diesem Jahr schon zum 19. Mal für die Wandergruppe der Guttempler und Freunde/Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Das Ziel war der Nationalpark Eifel mit dem Hotel am Rursee, übrigens bei herrlichem Wetter.

In Deutschland sind etwa 1,4 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Manche Schätzungen sprechen sogar von 1,9 Millionen Betroffenen. Damit sind ebenso viele Menschen von Arzneimitteln abhängig wie von Alkohol. Spitzenreiter der Medikamente mit Suchtpotenzial sind Schlaf- und Beruhigungsmittel. Die Internetplattform www.medikamente-und-sucht.de der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der BARMER GEK klärt über die Risiken beim Medikamentenkonsum auf, erläutert Hintergründe und weist auf die Unterstützungsangebote hin.

Alkoholabhängige Menschen, die sich mit dem Ziel ihren Alkoholkonsum vollständig zu beenden in Behandlung begeben, erreichen dieses eher, wenn sie von einem Therapeuten behandelt werden, der die totale Abstinenz befürwortet. Diejenigen, die Alkohol in einer kontrollierten Weise zu konsumieren versuchen sind nicht so erfolgreich, selbst wenn sie von einem Therapeuten behandelt werden, der mit kontrolliertem Trinken arbeitet. Dies hat eine Studie der Universität Göteborg, Schweden, herausgefunden.