Herbstein im Frühling

Der Bundesausschuss plante Anfang April die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der Guttempler-Angebote in der Suchtselbsthilfe. Eingeladen hatte der hessische Landesverband ins Kolping-Feriendorf Herbstein.

Musik mit freundlicher Genehmigung von © Bożena Delewska, IOGT Polen.

E-ZigaretteAuch im Jahr 2016 ist der Konsum von Tabakprodukten merklich zurückgegangen, Fertigzigaretten wurden um 7,7 % weniger nachgefragt als im Jahr 2015. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene rauchen deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Damit verbunden sind auch immer weniger Menschen durch Passivrauchen in Innenräumen belastet. Wie diese Zahlen zeigen, waren die in den letzten Jahren umgesetzten Maßnahmen der Tabakprävention wie auch diejenigen der Tabakkontrollpolitik durchaus erfolgreich. Ihre konsequente Fortführung und Intensivierung ist für eine nachhaltige Verringerung des Tabakkonsums jedoch unbedingte Voraussetzung. E-Zigarette und E-Shisha werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und sollten daher in Präventionsstrategien und präventionspolitischen Überlegungen ebenfalls berücksichtigt werden.

Gelöste HandschellenSuchthilfe ist heute nicht mehr ausschließlich die Beratung und Behandlung abhängigkeitskranker Menschen. Die Versorgung Suchtkranker in Deutschland wird heute durch ein umfassendes und differenziertes System geleistet. Seit nun mehr fast 50 Jahren – 1968 wurde Alkoholabhängigkeit vom Bundesozialgericht als Krankheit anerkannt – entwickelt sich das Suchthilfesystem in Deutschland.

WahlzettelGuttemplern geht es darum, dass weniger Menschen in unserem Land durch Alkoholkonsum beeinträchtigt werden. Das bezieht sich vor allen Dingen auf die zehn Prozent der Bevölkerung – also mehr als acht Millionen Menschen –, die allein über 50 % der alkoholischen Getränke konsumieren.

Der Charlottenburger Arzt Dr. Magnus Hirschfeld (1868–1935) ist heute in erster Linie als Sexualwissenschaftler und Vorkämpfer für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen bekannt. Aber als praktizierender Arzt wurde er auch tagtäglich mit den Auswirkungen des Alkoholismus in Berlin konfrontiert. Die Folge davon war, dass er sich zu einem sehr engagierten Guttempler entwickelte. 1905 veröffentlichte er in der Buchreihe ›Großstadtdokumente‹ seine Schrift »DIE GURGEL BERLINS«.