Herbstein im Frühling

Der Bundesausschuss plante Anfang April die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der Guttempler-Angebote in der Suchtselbsthilfe. Eingeladen hatte der hessische Landesverband ins Kolping-Feriendorf Herbstein.

Musik mit freundlicher Genehmigung von © Bożena Delewska, IOGT Polen.

Zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen zählen die psychischen Erkrankungen. Und noch immer werden Abhängigkeitserkrankungen nicht genauso selbstverständlich zu diesen Volkskrankheiten gezählt wie Depressionen, Angststörungen oder Demenz. Dabei gilt für die Abhängigkeitserkrankungen in gleicher Weise, dass sie Kranke in allen Lebensbereichen einschränken: besonders betroffen sind das persönliche Umfeld, die Familie und der Arbeitsplatz. Solche Erkrankungen stellen ein großes individuelles Risiko der sozialen Exklusion (Arbeitsplatzverlust, Verarmung, Straffälligkeit et cetera) dar und bedingen erhebliche Belastungen für die Solidargemeinschaft.

In Ljubljana (Slowenien) ging am 23.11.16 die 7. Europäische Alkoholpolitik-Konferenz zu Ende. Auf Einladung der Slowenischen Regierung und in der Verantwortung von EuroCare, dem europäischen Zusammenschluss von Organisationen, die sich für eine effektive Alkoholpolitik einsetzen, trafen sich fast 400 Mitarbeiter*innen aus allen europäischen Staaten, aus Russland, den USA sowie aus Staaten in Asien und Afrika. Es waren dieses Mal besonders viele Mitarbeiter*innen aus den Gesundheitsministerien anwesend, aber die Mehrheit stellten nach wie vor die NGOs, die Nicht-Regierungsorganisationen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen und auf unterschiedliche Art und Weise für Menschen mit Suchtproblemen einsetzen.

Im vergangenen Jahr hat das Innenministerium 890.000 Flüchtlinge gezählt, die nach Deutschland einreisten. Diese Zahl entspricht in etwa dem Passagieraufkommen an fünf Tagen des Frankfurter Flughafens, der im gleichen Jahr insgesamt 61 Millionen Reisende abfertigte. Von dort habe ich kein Gejammer und Geschrei vernommen – was ich auch gar nicht erwartet hätte, da die logistische Bewältigung dieser Menschenmassen in einem der reichsten Länder der Welt ja zwar aufwändig aber doch wohl möglich sein sollte.

Fachkonferenz Sucht 2016Zum 56. Mal findet die Fachkonferenz Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) statt, in diesem Jahr vom 10. bis 12. Oktober in Erfurt. Drei Tage diskutieren 75 Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis der Suchthilfe mit den rund 400 Teilnehmenden eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder unter den Stichworten »Abstinenz – Konsum – Kontrolle«. Kann Abstinenz heute noch alleiniges Ziel bei der Behandlung von Abhängigkeit und im Umgang mit Drogen sein? Ist kontrollierter Konsum von Suchtstoffen eine Alternative für Menschen, die einen völligen Verzicht nicht bewältigen können oder wollen?