Suchtprobleme betreffen nicht nur die oder den Abhängigen, sondern die ganze Familie. Nach wie vor richtet sich das Hauptaugenmerk der Hilfen, der Therapieange­bote und auch der Selbsthilfe überwiegend auf die Abhängige oder den Abhängigen. Doch es geht auch anders, wie zum Beispiel in Italien. Dort wurden bereits in den 80er Jahren die ersten Familienklubs gegründet. Auch IOGT Dänemark erprobte Ende der 90er Jahre als erstes Land in Skandinavien diese Form der Arbeit – und der Erfolg überzeugte. Es zeigt sich, dass durch diese Form der Gruppenarbeit ganz besonders jüngere Menschen (zwischen 25 und 40 Jahren) erreicht werden. Eine weitere Form der Fami­lienklubs – auf unser Gesundheitssystem in Deutschland abgestimmt – wird nun durch die Guttempler in Deutschland eingeführt.

Der Familienklub

Eine bessere Einbindung der Angehörigen von Suchtkranken verspricht das aus dem damaligen Jugoslawien stammende Konzept der »Familienklubs« des kroatischen Psychiaters Vladimir Hudolin.

Das Konzept der Familien­Klubs basiert auf einem systemischen Ansatz. Zumeist nehmen daran behandelte Abhängige mit ihren Familien teil, es besteht jedoch auch die Möglichkeit für betroffene Angehörige, (vorerst) ohne den Abhängigen/die Abhängige einen Familienklub zu besuchen. Eine entscheidende Größe ist dabei die wechselseitige Unterstützung der teilnehmenden Klubmitglieder und die Gewähr­leistung einer Abstinenz des gesamten Familien­systems einschließlich der nichtsuchtkranken Angehörigen. Die Gruppe wird begleitet von einem geschulten Klub­-Assistenten/einer Klub­-Assistentin. Deren Aufgabe ist die Förderung der Kommunikation der Klubmitglieder und der Hilfestellung bei schwierigen Gruppen­situationen sowie die Sicherung der Rahmen­bedingungen. Dabei wird Wert auf eine em­pathische, nicht bewertende Haltung gelegt.