Konferenzzentrum in Hamburg

Um es kurz zu machen: nichts. Wer es aber gern möchte, kann fündig werden: im Februar bringt die 14 den Blumenhandel in Schwung, im Juli die Franzosen zum Feiern und vergangenes Jahr wurde aus IOGT International am 14. Dezember MOVENDI International. Am 14. November 1963 erhob sich durch einen unterseeischen Vulkanausbruch die Insel Surtsey vor Islands Küste aus dem Atlantik, am gleichen Datum wurden im Jahr 1990 Oder und Neiße endgültig im deutsch-polnischen Grenzvertrag zu Deutschlands Ostgrenze und seit dem 14. November 2020, genauer um 10.36 Uhr, heißt diese Vereinigung »Guttempler in Deutschland e. V.«.

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Dies ist einer der Beschlüsse, den die virtuell tagende Delegiertenkonferenz der Guttempler*innen – übrigens die erste in ihrer über 130-jährigen Geschichte – gefasst hat. Verhinderte die erste Covid-19-Welle im Frühjahr schon den Guttempler-Kongress in Neunkirchen, erwischte die zweite Welle im Herbst voll den Ausweichtermin in Bad Hersfeld. So musste die Konferenz digital werden. Bundesvorstand, Webteam und Sitzungspräsidium fanden sich im großen Saal des Hamburger Georg-Asmussen-Hauses ein und verwandelten diesen in eine Mischung aus LAN-Party, Fernsehstudio und Raumfahrtkontrollzentrum.

Konferenztechnik: Johann Tjaden und Axel Herdejürgen

Houston, wir haben ein Problem« begleitete die Veranstaltung den ganzen Tag über. Die Bandbreite reichte nie völlig zufriedenstellend für alle 41 Delegierten und die zahlreichen interessierten Mitglieder, die dem Geschehen versuchten zu folgen. Darauf waren erstere aber vorbereitet und hatten eigens Treffpunkte im jeweiligen Landesverband geschaffen, an denen sie gemeinsam an der Videokonferenz teilnehmen konnten.

Sitzungspräsidium: Jürgen Ehlerding und Simone Giehl

Das vom Bundesausschuss bestimmte Sitzungspräsidium, bestehend aus Simone Giehl (Frankfurt am Main), Jürgen Ehlerding (Nürnberg), Franz-Josef Hecker (Schleswig) und dem Stuntman Frank Esgen (Mainz) führte sicher und kompetent durch die Geschäftssitzung und rief bereitwillig auch schon verabschiedete Tagesordnungspunkte erneut auf, wenn technische Verzögerungen Redebeiträge ins virtuelle Nirvana geschickt hatten.

Sitzungspräsidium: Frank Esgen und Franz-Josef Hecker

Bei der umfangreichen Änderung von Satzung, Geschäfts- und Gerichtsordnung wurden nicht nur diese verschlankt: Bundesvorstand, Prüfungsausschuss und die statt des bisherigen Vereinsgerichts neu geschaffene Schlichtungsstelle kommen in Zukunft mit weniger Personal aus: 5-3-3 lautet die Aufstellung für die nächsten Spielsaisons.

Ihr schmeißt eure Leute bei einem Rückfall ja 'raus‹, war ein in den vergangenen Jahrzehnten oft gehörter Vorwurf von Klient*innen, wenn sich die Guttempler*innen in Sucht-Fachkliniken vorstellten. Gemeint war die automatische Beendigung der Mitgliedschaft durch Alkoholkonsum. Seit heute gehört dies ebenfalls der Vergangenheit an.

Bei einem zum Suchtgeschehen dazu gehören könnenden Rückfall gilt fortan, dass die Mitgliedschaft für sechs Monate ruht, eine Zeit, in der Rückfällige die gleiche Aufmerksamkeit ihrer Selbsthilfegruppe oder Guttempler-Gemeinschaft erfahren, wie schon eh und je. Um sich auf sich selbst besinnen zu können, ruhen während dieser Zeit aber auch alle offiziellen Funktionen, die sie ausgeübt haben. Ist das Rückfallgeschehen aufgearbeitet und die Krise überwunden, kann die ununterbrochene Mitgliedschaft nun wieder aktiv fortgeführt werden.

Was gab's noch? Die Durchführung eines alle zwei Jahre stattfindenden Guttemplertags (ohne Geschäftssitzung) wird nicht mehr durch die Satzung vorgeschrieben. Der fürs nächste Jahr geplante zehnte Guttemplertag in Hamburg könnte durchaus der letzte sein, sofern sich nicht ein Landesverband bereit findet, in der Zukunft zu solch einem kulturellen Event einzuladen. Zum nächsten Bundesverbandstag 2022 jedenfalls haben sich schon die hessischen Guttempler*innen bereit erklärt, eine Delegiertenkonferenz auszurichten – wer Größeres wünscht, darf es gern organisieren.

Ulrike Klahn

Alle bisherigen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands kandidierten wieder und wurden auch wieder gewählt: Petra Krause (Vorsitzende), Frithjof Axt und Fredric Schulz (stellvertretende Vorsitzende) sowie Rainer Uszinski (Finanzen). Für den vor einem Jahr ausgeschiedenen Verbandssekretär Heinz Banzhaf wurde in die durch die Satzungsänderung neu geschaffene Position eines*einer dritten stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Klahn aus Berlin (früher Lüneburg) neu hinzugewählt. Als Delegierte für Kongresse unseres internationalen Dachverbandes MOVENDI sind Ulrike und Dietmar Klahn sowie Simone Giehl gewählt. Der*die vierte Delegierte wird vom Bundesvorstand gestellt.

Ein herzliches Dankeschön geht an Christian Bölckow (Kaffeewelt), Derek Nordt und Uli Spangenberg vom Hamburger Landesvorstand sowie Barbara Hansen und Andrea Giesler aus der Bundesgeschäftsstelle, die neben ihren Aufgaben als Delegierte beziehungsweise Protokollantinnen auch für das leibliche Wohl der Teilnehmenden rührig sorgten.