Movendi-Teilnehmer:innen an der 9. Europäischen Alkoholpolitik-Konferenz in OsloEinige der Teilnehmer:innen von Movendi-Mitgliedsverbänden – von Juvente Estland bis Forut Norwegen – mit Movendi-Präsidentin Kristína Šperková

Europas Bürger:innen fordern besseren Schutz vor den Produkten und Praktiken der Alkoholindustrie.

Internationale Organisationen, die Ärzt:innen, Krebspatient:innen, junge Menschen, Forscher:innen, Vertreter:innen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Entwicklungshilfe aus ganz Europa vertreten, haben mit der Erklärung von Oslo erstmals einen gemeinsamen Aufruf zu politischen Maßnahmen zur Eindämmung von Alkoholschäden veröffentlicht.

Anlass war die 9. Europäische Alkoholpolitik-Konferenz, die als Präsenzveranstaltung vom 16. bis 17. Juni 2022 in Oslo stattfand und von unserem europäischen Dachverband Eurocare, der europäischen Alkoholpolitik-Allianz mit Sitz in Brüssel, in Kooperation mit Actis, einer norwegischen Suchtpräventions-Institution, ausgerichtet wurde. Movendi-Mitgliedsorganisationen waren vertreten (aus Deutschland Frank Lindemann) wie auch die Movendi-Präsidentin Kristína Šperková selbst.

In einer gemeinsamen »Osloer Erklärung« von Addictions France, dem Europäischen Alkoholpolitik-Netzwerk APN, Eurocare, der Europäischen Leberstudien-Vereinigung, FORUT Norwegen, der Globalen Alkoholpolitik-Allianz GAPA, Movendi International, der Norwegischen Krebsgesellschaft, dem Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte, der Vereinigten Europäischen Gastroenterologie sowie der Jugend-Gesundheitsorganisation wurden an die nationalen Regierungen und die EU folgende sieben Forderungen erhoben:

  1. Die nationalen Regierungen und die EU sollten den Alkohol auf der Grundlage des evidenzbasierten Globalen Alkohol-Aktionsplans der WHO regulieren, um dessen ehrgeizige Ziele bis 2030 zu erreichen.
  2. Die nationalen Regierungen sollten zusammenarbeiten, um die evidenzbasierten WHO Best Buys und SAFER-Empfehlungen umzusetzen, die sich auf den Preis, die Verfügbarkeit und die Vermarktung von Alkohol konzentrieren.
  3. Die Regulierung auf EU-Ebene sollte die öffentliche Unterstützung für eine obligatorische Kennzeichnung von Inhaltsstoffen, Nährwertangaben und Warnhinweisen auf alkoholischen Produkten widerspiegeln, damit die Verbraucher:innen sachkundige Entscheidungen treffen können.
  4. Die nationalen Regierungen und die EU sollten dafür sorgen, dass die gesundheitspolitischen Entscheidungsprozesse vor der Einmischung der Alkoholindustrie geschützt werden.
  5. Die nationalen Regierungen sollten alkoholische Produkte entsprechend ihrem Alkoholgehalt besteuern. Diese sollte indexgebunden sein und regelmäßig in Abhängigkeit von wirtschaftlichen und gesundheitlichen Indikatoren erhöht werden.
  6. Die nationalen Regierungen sollten die Werbung für alkoholische Produkte einschränken oder verbieten, insbesondere für junge Menschen, Kinder und andere gefährdete Gruppen.
  7. Die Regierungen sollten die zentrale Rolle der Organisationen der Zivilgesellschaft bei der Prävention und Verringerung von Alkoholschäden anerkennen und unterstützen.