Zwei sich freuende Menschen schauen himmelwärts

Wie oft hat man schon die Worte »nicht betrunken genug« gehört? Wie viele Tänze, Flirts, Nacktbaden, Impulse und Streiche wurden mit diesen drei Worten gestoppt, vereitelt, verweigert? Wie oft wurde die Abwesenheit von Alkoholkonsum als Argument benutzt, um in der eigenen Komfortzone zu bleiben?

Alkohol ist nichts anderes als ein Ethanolmolekül, das in einer Flüssigkeit herumschwimmt. Alkohol ist ein Netz von Erwartungen, Normen und erlernten Verhaltensweisen. Für viele ist es ein Fenster, durch das sie sich ein wenig exponieren können, ohne dass es »echt« ist. Doch auch wenn Alkohol für viele eine vorübergehende Oase im Alltag zu sein scheint, birgt er auch ein Meer von Zwängen.

Die Alkoholnorm besagt, dass bestimmte Verhaltensweisen ohne Alkohol nicht möglich sind. Bestimmte Teile deiner Persönlichkeit können ohne das Getränk nicht zum Vorschein kommen. Wage es nicht, der Enge des Erwachsenenalltags zu entfliehen, ohne den Alkohol als Vorwand zu benutzen! »Nicht betrunken genug« ist wie eine feuchte Decke über unserer Spontaneität. Diese drei Worte schwirren in unseren Hinterköpfen herum und flüstern uns ein, dass manche Dinge unerreichbar sind. Das müssen sie aber nicht sein.

Ein nüchternes Leben ist kein Verzicht. Es ist eine Freiheit. Die Freiheit, herumzualbern. Die Freiheit zu leben.«

Vieles von dem, was wir bei IOGT-NTO tun, ist todernst. Alkohol und andere Drogen zerstören und richten Schaden an. Wir arbeiten daran, Sucht, Gewalt, zerrüttete Beziehungen und zerrüttete Leben zu verhindern. Niemand kann behaupten, dass die Bemühungen um eine Verringerung der mit Alkohol und anderen Drogen verbundenen Schäden nicht unerlässlich sind und sehr ernst genommen werden müssen.

Aber was wir tun, geschieht auch auf einer unblutigen Spaß-Basis. Die Alkoholnorm in Frage zu stellen, bedeutet, die Grenzen des Erwachsenenalltags zu hinterfragen. Herumalbern zu dürfen, zu experimentieren, ein paar Risiken einzugehen, sich anzubieten. Tanzen, Flirten, Streiche spielen. Sich selbst sein, ohne durch eine Droge konditioniert zu werden.

Welche Fesseln legt die Alkoholkultur den Menschen an, wenn kein Alkohol vorhanden ist? Wie viel Spaß hat die Alkoholnorm den Menschen im Laufe der Jahre verwehrt? Wie oft haben die Worte »nicht betrunken genug« das Leben langweiliger gemacht? Manchmal werde ich gefragt, wie ich den Verzicht empfinde, den meine nüchterne Haltung mit sich bringt. Ich verstehe die Frage nicht. Ein nüchternes Leben ist kein Verzicht. Es ist eine Freiheit. Die Freiheit, herumzualbern. Die Freiheit zu leben.

Quelle: accent

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