Suchtprobleme betreffen nicht nur die oder den Abhängigen, sondern die ganze Familie. Nach wie vor richtet sich das Hauptaugenmerk der Hilfen, der Therapieangebote und auch der Selbsthilfe überwiegend auf die Abhängige oder den Abhängigen. Doch es geht auch anders, wie zum Beispiel in Italien. Dort wurden bereits in den 80er Jahren die ersten Familienklubs gegründet. Es zeigt sich, dass durch diese Form der Gruppenarbeit ganz besonders jüngere Menschen (zwischen 25 und 40 Jahren) erreicht werden. Eine weitere Form der Familienklubs – auf unser Gesundheitssystem in Deutschland abgestimmt – wurde in den Nuller Jahren durch die Guttempler in Deutschland eingeführt.

Der Familienklub

Eine bessere Einbindung der Angehörigen von Suchtkranken verspricht das aus dem damaligen Jugoslawien stammende Konzept der »Familienklubs« des kroatischen Psychiaters Vladimir Hudolin.

Das Konzept der Familienklubs basiert auf einem systemischen Ansatz. Zumeist nehmen daran behandelte Abhängige mit ihren Familien teil, es besteht jedoch auch die Möglichkeit für betroffene Angehörige, (vorerst) ohne den Abhängigen/die Abhängige einen Familienklub zu besuchen. Eine entscheidende Größe ist dabei die wechselseitige Unterstützung der teilnehmenden Klubmitglieder und die Gewährleistung einer Abstinenz des gesamten Familiensystems einschließlich der nicht-suchtkranken Angehörigen. Die Gruppe wird begleitet von einem geschulten Klub-Assistenten/einer Klub-Assistentin. Deren Aufgabe ist die Förderung der Kommunikation der Klubmitglieder und der Hilfestellung bei schwierigen Gruppensituationen sowie die Sicherung der Rahmenbedingungen. Dabei wird Wert auf eine empathische, nicht bewertende Haltung gelegt.