Um die schwere, kontaktlose Pandemie-Zeit zu überbrücken, in der die Parität sich nicht treffen konnte, haben wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Für jeden Paritätler kam am Dienstag der Postbote und brachte eine Überraschungspost. Etwas zum Schmunzeln, etwas zum Nachdenken, etwas zum Ausprobieren, etwas zu vielen verschiedenen Themen.

„Gesunde Ernährung in diesen Zeiten“ oder „Lasst es Euch gutgehen“ enthielten Fotocollagen, in denen alle Dinge zu finden waren, die diese Themen betrafen. „Die kostbare Zeit“. Hier wurde allen noch einmal vor Augen geführt, dass die Zeit sich nicht aufhalten lässt und man sie sinnvoll nutzen soll, zum Beispiel mit lieben Menschen bei guten Gesprächen.
„Einige Weisheiten zum Thema Essen“: Mit einem vegetarischen Rezept über Kartoffelgulasch mit Bohnenkraut und Thymian gerebelt in kleinen Tütchen wurden außerdem Sprüche vermittelt wie: „Was ist Glück? Eine Grießsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen!“ Oder aber: „Man sollte stets so vom Tisch aufstehen, als könne man noch ein kleines Brötchen essen!“ Aus Reaktionen wissen wir, dass das Rezept Anklang gefunden hat: Einige haben das vegetarisches Menü nachgekocht und es soll sehr lecker gewesen sein! Die Geschichte: „Das Lächeln im Fahrstuhl“ sollte den Paritätlern, die so ganz alleine in ihren Wohnungen waren, wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und da seit Monaten auch keiner keinen mehr umarmen durfte, gab es einen Brief mit dem Thema: „Hast Du gewusst, dass jede Art der Umarmung eine bestimmte Bedeutung hat?“
Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke, wenn es keine Umarmungen gibt. Wie schade. Denn sie sind ein wichtiges Ritual in zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt klassische Umarmungen, tanzende, visuelle, Umarmung unter Bekannten oder unter Freunden, asymetrische, seitliche und distanzierte Umarmungen. Abschließende Worte in diesem Brief sollten ein bisschen Freude vermitteln: „ Liebe Paritätler, nun dürft Ihr alle Umarmungen einmal ausprobieren, in diesem Sinne: Bleibt gesund, umarmt Euch, bis wir uns wiedersehen!“
In einer anderen Woche kam ein Brief zum Thema Achtsamkeit. Hier hieß es: „Wer Achtsamkeit ernsthaft und regelmäßig praktiziert, stellt fest, dass für ihn Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig sind. Er entwickelt einen klaren, stabilen Geist, der es ihm erlaubt, auch in schwierigen Lebenszeiten wie Corona mit der Kraft seiner inneren Ressourcen verbunden zu sein und das führt zu heilsamen Auswirkungen.
KleeZum Thema „Glück“ haben wir neben vielen Glückssprüchen eine Tüte mit Glückskleesaat an alle verschickt. Bei vielen wächst jetzt der Klee in der Küchenfensterbank.
An einem anderen Dienstag wurden Mutmach-Sprüche verschickt, die Hoffnung und Zuversicht schenken sollten. Jeder konnte seinen Lieblingsspruch herausfinden und immer wieder einen Blick darauf werfen. Das kann ungemein Kraft spenden. Der Lieblingsspruch von Horst und Bärbel lautet: „Manchmal müssen erst unangenehme Dinge passieren, um uns daran zu erinnern, dass es an der Zeit ist, etwas zu ändern.“
Bei dem Thema „Die Vorfreude“ teilten wir den Geschwistern der Parität mit, dass wir uns am 2. Juni wieder treffen dürfen - unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen. Der Volksmund sagt, Vorfreude ist die beste Freude. Denn die Freude über etwas, was bereits eingetroffen ist, dauert nur kurz. Vorfreude dagegen kann länger andauern, so lange, bis etwas Erwünschtes eintritt. Man kann Vorfreude genießen, auch, wenn man innerlich erkannt hat, dass das, worauf man sich freut, einem nach dem Eintreten nur eine kurze Freude schenken wird. Jeder sollte mal überlegen, worauf er sich heute freut.
Aber die Vorfreude ist da bei allen, da sind wir uns ganz sicher. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen!

Horst Henningsen Bärbel Dey